Festivalbericht: Mahlstrom Open Air – Freitag, 12.06.2026

An drei Tagen versammelten sich am Herthasee bei Holzappel Metal-Fans aus nah und fern, um gemeinsam das diesjährige und freudig erwartete Mahlstrom Open Air zu feiern. Vom 11.06. bis zum 13.06.2026 bot das Festival ein beeindruckendes Line-Up mit Bands aus verschiedenen Spielarten des Extreme Metal und mit einigen Ausreißern, die auf ihre eigene Art viele Überraschungen boten.

Der Freitag bildete dabei den ersten großen Festivaltag und hatte musikalisch einiges zu bieten. Insgesamt acht Bands betraten die Bühne, wobei vor allem der Black Metal in seinen unterschiedlichsten Facetten im Mittelpunkt stand. Nach spannenden Projekten wie Astral Spectre, die Black Metal mit zahlreichen anderen Einflüssen kombinierten, oder dem hochemotionalen Post Black Metal von Wesen, wartete mit Harakiri for the Sky am Abend zudem einer der großen Namen des modernen Post Black Metal auf die Besucher*innen und setzte dem Tag einen würdigen Höhepunkt auf. Dazwischen sorgten Vogelfrey mit ihrem ausgelassenen Mittelalter Metal für eine willkommene Auflockerung und verwandelten den Bereich vor der Bühne kurzerhand in eine große Party.

Natürlich waren auch wir wieder mit Stift und Kamera vor Ort, um diesen ereignisreichen Festivaltag für euch festzuhalten.

 

Magefa – Die Festivalpremiere mit ordentlich Wucht

Den Freitag durfte die Death Metal Band Magefa aus Frankfurt am Main eröffnen und sie feierte gemeinsam mit dem Publikum die Veröffentlichung ihres ersten Full-Length-Albums. Am 6. Juni, eine Woche vor diesem Auftritt, hatten sie ihr Album Legion veröffentlicht und auch an diesem Tag bei einer Release-Show in Frankfurt live präsentiert. Auf dem Mahlstrom Open Air feierten sie nun die Festivalpremiere ihrer neuen Songs, und beinahe die gesamte Setlist bestand aus Titeln des Albums Legion.

Bereits der Auftakt war bombastisch inszeniert. Ein Intro mit donnernden Drums und kehligen Screams eröffnete den Auftritt. Gleichzeitig schoss Nebel aus den Nebelwerfern, während die Musiker geschlossen die Bühne betraten. Sänger Kevin Grams hielt dabei eine Fahne mit dem Bandlogo in der Hand und schwang sie in weiten Bögen, bevor die Band mit Legion, dem Titeltrack des neuen Albums, das Konzert eröffnete.

Magefa spielten einen harten, brutalen und treibenden Death Metal, dessen erste Akkorde die Besucher*innen direkt vor die Bühne lockte. Schnell versammelten sich mehr als zwei Dutzend Menschen, um die Musik ausgelassen zu feiern. Selbst ein kurzer Regenschauer hielt niemanden davon ab, das wilde Treiben fortzusetzen. Sänger Kevin Grams brillierte während des Auftritts mit seinen kurzen, pointierten Ansagen und seinem Talent, die Crowd zu verschiedenen Aktionen zu animieren. Aussagen wie „Wir sind hier für die Morgenrunde“ und die damit verbundene Aufforderung zum „Morgensport“ funktionierten ebenso gut wie seine Ankündigung zu Overdose: „Wir kommen aus Frankfurt und kennen uns mit Überdosierungen aus.

Die Fahne, die Kevin zu Beginn noch in der Faust gehalten hatte, spielte im weiteren Verlauf des Konzerts noch eine Rolle. Der Videograph der Band reichte sie einem Besucher und instruierte ihn, damit einmal quer durch die Menge und wieder zurückzulaufen. Währenddessen löste sich die Fahne zwar kurz von der Fahnenstange, wurde jedoch schnell wieder befestigt. Anschließend liefen mehrere Besucher*innen und sogar der Kameramann selbst mit der Fahne durch die Crowd.

Magefa waren ein brutaler Weckruf für die Besucher*innen und lieferten einen starken Auftakt für den ersten großen Festivaltag.

Setlist: Legion // Rotting Away // Pathology Calls // Death Waltz // War on Innocence // Bombs over Europe // Back to the Front // Multiple Organ Harvesting // Exenteration // Overdose // Fasciitis Necroticans 

 

Astral Spectre – Ein Genre-Mix mit tollem instrumentalen Spiel

Nach dem gnadenlosen Geknüppel von Magefa wurde es mit den darauffolgenden drei Bands atmosphärischer, emotionaler und teilweise genreübergreifend experimentell. Den Auftakt dieses Black Metal-Dreierpacks machten Astral Spectre, die das Genre auf eine eigenwillige und spannende Weise weiterentwickelten.

Das Konzert begann ohne große Spielereien oder einem eingespielten Intro. Die drei Musiker*innen in ihren lilafarbenen Rüschenhemden betraten die Bühne und eröffneten den Auftritt mit Stardrifter. Die Musik von Astral Spectre ist im Kern Black Metal, wird jedoch um Rock-, Blues- und Funk-Elemente erweitert und konnte mit der Klarinette als zusätzlichem Instrument bei  der Crowd merklich punkten. Außerdem wurden die Ansagen zu den einzelnen Liedern immer wieder mit lautem Jubel und begeisterten Pfiffen quittiert.

Neben Sänger Denis Seifert alias Tenebros, der das Projekt gegründet hat und leitet, standen die beiden Livemusiker*innen Moroi an den Drums sowie Befana an der Gitarre und der bereits gelobten Klarinette auf der Bühne. Beide waren an ihren Instrumenten eine absolute Wucht. Moroi wirkte wie eine energiegeladene Bestie hinter dem Schlagzeug, während Befanas Spiel für mich das persönliche Highlight des gesamten Auftritts darstellte.

Auch die übrigen Besucher*innen zeigten sich von der Musik begeistert und steigerten sich zunehmend in die Stimmung des Konzerts hinein. Als sie zum großen Finale von Cosmic Mirage ihre Fäuste dem regengrauen Himmel entgegenstreckten, schenkte Sänger Tenebros ihnen einen Daumen nach oben. Eine elegante Geste für einen ebenso eleganten Auftritt.

Setlist: Stardrifter // Chronomancer // The Witch’s Waltz // Death of Osiris // Running for the Dawn // Gypsy Witch // Cosmic Mirage  

 

Wesen – Ein minimalistischer und zugleich hoch emotionaler Auftritt

Der zweite und für mich deutlich emotionalere Auftritt war der Gig von Wesen. Das Projekt wurde 2024 von Lukas Massinger gegründet, der unter anderem auch bei Perchta, Lichtspielhaus und seit 2025 bei Firtan spielt. Ich hatte seit der Veröffentlichung des Debütalbums Abwesend darauf gewartet, diese Musik endlich live erleben zu dürfen. Dieser Wunsch ging in Erfüllung, und der Auftritt wurde für mich zum persönlichen Highlight des Tages vor dem Headliner Harakiri for the Sky.

Ein sanftes Stück mit eingängigem Gitarrenspiel und der aufziehende Bühnennebel leiteten den Auftritt ein. Die Musiker*innen erschienen gemeinsam auf der Bühne, positionierten sich mit dem Rücken zur Crowd und verharrten regungslos, bis Markus Massinger, der Sänger der Band, die Bühne betrat und das Konzert begann.

Die Band war durchgängig schick in Schwarz gekleidet, und die Outfits wurden durch schwarze und blaue Linien im Gesicht ergänzt, die dem Gesamtbild eine eigene, düstere Ästhetik verliehen.

Musikalisch präsentierten Wesen einen schweren, aggressiven Black Metal mit dichter Atmosphäre und behäbigen Melodien, der bereits durch sein intensives Riffing überzeugen konnte. Für zusätzliche Dynamik sorgten die Wechsel zwischen Klargesang und Screams sowie verschiedene eingespielte Passagen und Sounds.

Vor der Bühne versammelten sich die Besucher*innen schnell zu einer dichten Traube, und nicht wenige begannen zu headbangen. Im Verlauf des Konzerts steigerten sich die Anwesenden immer weiter in die Musik hinein, bis schließlich zahlreiche Fäuste in die Höhe gereckt wurden.

Zwei Momente des Auftritts blieben mir besonders in Erinnerung: Beim Lied Ich suche dich entzündete der Sänger während eines Breaks einige Kohlen in einem kniehohen Ständer. Schon nach wenigen Augenblicken breitete sich ein würziger Rauch über die Bühne und bis in die ersten Reihen aus. Diese einfache, beinahe unscheinbare Geste berührte mich tief und verlieh dem Moment eine besondere Intensität.

Der zweite Augenblick ereignete sich während des Liedes Niamois, das auf der kommenden Veröffentlichung zum Ende des Jahres erscheinen sollte. Während die Band spielte, riss plötzlich die Wolkendecke auf, und ein einzelner Lichtstrahl fiel direkt auf die Bühne. Dieser Moment sorgte für pure Gänsehaut und wirkte wie die perfekte Untermalung für einen ohnehin schon außergewöhnlichen Auftritt von Wesen.

Setlist: Hilflos // Kalt // Fall // Ich suche dich // Niamois // Last

 

Agrypnie – Der Höhepunkt der Black Metal-Dreifaltigkeit am Freitag

Bevor Desaster und Vogelfrey den Black Metal bis in den Abend hinein ablösten, spielten noch Agrypnie auf der Bühne und krönte die beiden vorangegangenen Auftritte mit ihrer Performance.

Das Konzert begann mit dem Lied Wir Ertrunkenen, dessen hochtheatralische Melodie als Intro diente. Während die Band die Bühne betrat, wurde sie bereits von einer Phalanx erhobener Fäuste begrüßt. Agrypnie spielten einen rasanten, mitreißenden Post-Black-Metal mit einem zugleich behäbigen und kantigen Klangbild. Die bellenden Screams des Sängers waren dabei ein prägendes Element des gesamten Auftritts.

Sänger Torsten Hirsch, auch bekannt als Torsten, der Unhold, bildete nicht nur musikalisch, sondern auch visuell das Zentrum der Performance. Mit seiner Hemd-Westen-Kombination und dem Corpse Paint stach er sofort hervor. In diesem Outfit tigerte er unruhig über die Bühne und unterstrich seinen Gesang mit aggressiven Gesten.

Die Besucher*innen ließen selbst die wiederkehrenden Regenschauer über sich ergehen, um Agrypnie live zu erleben. Nasse Haare wurden im Takt der Musik geschüttelt, und aus meiner Sicht bildete der Regen die perfekte Untermalung für die Atmosphäre des Auftritts.

Kurz vor dem Ende unterbrach Torsten sein bisheriges Schweigen zwischen den Liedern, um sich freundlich bei der Crew und den Veranstalter*innen zu bedanken. Anschließend ließ er eine ebenso humorvolle wie wüste Tirade an Schimpfwörtern über das Wetter vom Stapel, was ihm einige Lacher aus dem Publikum einbrachte.

Setlist: Wir Ertrunkenen // Verwüstung // Blut // Cogito Ergo Sum // Unter Sand // 3327 // Der rote Trakt 

 

Desaster – Weg mit Black Metal, her mit Thrash Metal!

Nachdem die Bühne für mehrere Stunden von atmosphärischem und emotionalem Black Metal dominiert worden war und mit Blick auf den Headliner in der heutgen Running Order, benötigte das Mahlstrom Open Air dringend einen Stimmungswechsel. Diesen leitete die Band Desaster eindrucksvoll ein.

Mit ihrer Mischung aus Thrash- und Death Metal, angereichert durch einen starken Einschlag von Black Metal, ließen sie die Bühne erbeben. Unter lauten Motorengeräuschen erschienen die Musiker, gekleidet in Lederwesten, Reihen von Nieten um die Unterarme und Patronengurte um die Hüften. Besonders Bassist Odin trieb das bandinterne Outfit-Konzept auf die Spitze: Mit Corpse Paint, langen Nieten und einem Ledergeschirr im Stil von Mad Max über der nackten Brust zog er alle Blicke auf sich.

Während Desaster ihre Instrumente mit infernalischer Energie aufheulen ließen und der Bass alles im weiten Umkreis erschütterte, strömten die Besucher*innen in großen Gruppen vor die Bühne direkt an den Wellenbrecher. Der Pulk verwandelte sich zum ersten Mal an diesem Tag in einen regelrechten Hexenkessel. Es wurde geschrien, geheadbangt und zum letzten Lied hin bildeten zwei mutige Besucher sogar den ersten Moshpit des Tages.

Sänger Guido Wissmann alias Sataniac bewies dabei ein unglaubliches Händchen im Umgang mit aufgeheizten Metalheads. Wie ein Virtuose animierte er die Besucher*innen zu gemeinsamen Aktionen- seien es lautstarke „Hey!“-Rufe oder in die Höhe gereckte Fäuste – und benötigte dafür oft nicht mehr als eine einzige Handbewegung. Die Menge durfte sich bei diesem Auftritt einmal richtig austoben, und Guido machte daraus ein wahres Spektakel.

Zwischendurch wurde eine Fahne des Desaster-Fanclubs Stormbringers hervorgeholt und wild durch die erste Reihe geschwenkt.

Desaster waren genau die erhoffte Abwechslung und boten die lang ersehnte Gelegenheit zur kontrollierten Eskalation.

 

Vogelfrey – Let’s Rock the Mahlstrom Open Air mit den Galgenvögeln

Nach der brutal-aggressiven Einlage von Desaster wurde es Zeit für eine ordentliche Party mit Spaß, Spannung und Humor. Die Band Vogelfrey mit ihrer einzigartigen Mischung aus Mittelalter-Rock, Metal und elektronischen Einschlägen war dafür die perfekte Besetzung.

Der Auftakt war bereits einzigartig im gesamten Line-up des Festivals. Das Intro, auf welches ich gleich noch etwas eingehen möchte, wurde abgespielt und sollte in den ersten Song übergehen, doch es gab ein Defekt in der Technik. Dadurch musste Vogelfrey och einmal von vorn beginnen. Dafür wurde das Intro noch einmal von vorne abgespielt. Für das Intro wurde eine KI-generierte Rede von Donald Trump abgespielt, in der er sich über die Band lustig machte, sie klein redete und ihnen unterstellte, Hunde und Katzen zu verspeisen. Damit bezogen sie sich natürlich auf Trumps Aussage aus dem Jahr 2024 über haitianische Migrant*innen in der Stadt Springfield im US-Bundesstaat Ohio.

Mit dieser politisch-satirischen Einlage im Hintergrund erschienen die Musiker in ihren Bühnenkostümen, die wie modernisierte Versionen klassischer Mittelaltermarkt-Kleidung wirkten und durch Sonnenbrillen abgerundet wurden. Neben ihrem markanten Erscheinungsbild verfügte die Band über einen energiegeladenen Sänger mit reichlich Schwung im Tanzbein sowie zwei spannenden Instrumenten: einer Geige und einem Cello.

Diese beiden Instrumente rundeten den Sound der Band auf melodische Weise ab, der ansonsten aus harten Metal-Riffs und einigen elektronischen Einspielern besteht. Die Musik mit ihren textlichen Schwerpunkten auf ausgelassenem Feiern, Alkoholkonsum und gelegentlicher Gesellschaftskritik verwandelte die Stimmung vor der Bühne schon nach kurzer Zeit in eine ausgelassene Party.

Es dauerte nicht lange, bis nicht nur Sänger und Gründungsmitglied Jannik Schmidt wild und ausgelassen über die Bühne tanzte – wenn er nicht gerade selbst zu einem Instrument griff. Die Meute vor dem Wellenbrecher tat es ihm schnell gleich, klatschte im Takt der Musik oder sang die Refrains lautstark mit. Die Headbanger organisierten sich zudem in einer Reihe und ließen ihre Haare synchron durch die Luft fliegen.

Vogelfrey lieferten die gewünschte Party und boten damit eine willkommene Verschnaufpause, bevor es mit Aephanemer und Harakiri for the Sky wieder schwermütiger und melancholischer wurde.

Setlist: Make Mittelalter Great Again // 1000 Jahre Bier // Stahlhammer // Dr. Met // Schüttel dein Haupt // Trollwut // Mittelalter Dance Metal // How much is the fish // Mittelalter Rockstar // Alle sagen das // Nicht A 

 

Aephanemer – Ein surrealer Auftritt mit einer hohen emotionalen Tiefe

Vor dem Auftritt von Harakiri for the Sky durfte noch die französische Band Aephanemer spielen. Mit ihrem unfassbar vielseitigen Melodic Death Metal, der durch verträumte Melodien hervorstach, stimmten sie die Besucher*innen perfekt auf den Headliner ein. Nach Wesen war Aephanemer für mich die zweite große positive Überraschung dieses Tages.

Bevor die Musiker*innen die Bühne betraten, ließ sich die Sonne ein letztes Mal blicken und wurde von einem sanften Nieseln begleitet. Selten hatte ich auf einem Festival ein Wetter erlebt, das sich so passend zur Musik präsentierte. Unter diesem wechselhaften Himmel entstand durch das große Hintergrundbanner und zwei weitere Aufsteller eine surreale Landschaft in Orange-, Grün- und Türkistönen, die mich an ein Jugendstil-Gemälde erinnerte. In diesem beinahe traumhaften Setting bewegten sich die Bandmitglieder beim Spiel ihrer Instrumente mit einer Leichtigkeit und positiven Ausstrahlung, wie ich sie nur selten erlebt hatte.

Die Musik überraschte mich nicht nur mit ihren starken Melodien, sondern auch mit einigen wirklich rockigen Riffs und den beeindruckenden Gesangsfähigkeiten von Marion Bascoul. Die Sängerin wechselte mühelos zwischen Screams, rauem Klargesang und opernhaften Passagen. Diese Vielfalt sorgte für einen abwechslungsreichen und energiegeladenen Auftritt.

Die Energie übertrug sich von der Bühne schnell auf die Crowd. Schon nach kurzer Zeit verwandelte sich die Zuschauermenge in ein Meer aus nickenden Köpfen, das nur von einigen besonders engagierten Headbangern durchbrochen wurde.

Der Höhepunkt des Auftritts war ein kurzer Moment während des Liedes Back Again, als sämtliche Bandmitglieder, mit Ausnahme des Drummers, am Bühnenrand standen und ihre Arme dem Himmel entgegenstreckten. Diese Geste wurde von zahlreichen Besucher*innen aufgegriffen und nachgeahmt, wodurch ein beeindruckender und gemeinschaftlicher Augenblick entstand.

Aephanemer bereiteten mit ihrem starken Auftritt das Publikum vor der Bühne perfekt auf den bevorstehenden Gig von Harakiri for the Sky vor.

Setlist: Échos d’un Monde Perdu // Le Cimetière Marin // Le Radeau de La Méduse // The Call of the Wild // La Règle du Jeu // The Sovereign // Antigone // Roots and Leaves // Contrepoint // Back Again // Bloodline

 

Harakiri for the Sky – Dieser Auftritt krönt den Freitag in allen Belangen!

Nach dem ausdrucksstarken Auftritt von Aephanemer stand schließlich der Auftritt des Headliners Harakiri for the Sky an. Die Sonne war während des Umbaus vollständig untergegangen, und in der Dunkelheit begann das große Finale des zweiten Festivaltages.

Die Aufnahme eines schweren, bedrohlichen Klavierspiels und eine große Wolke aus Kunstnebel leiteten das Konzert ein. Das Bandlogo über den Drums war mit Leuchtelementen versehen, sodass die einzelnen Buchstaben im Takt der Musik aufleuchteten. Die Intensität des Intros steigerte sich stetig, und im violetten Schein der Neonröhren erschienen die Musiker auf der Bühne. Ohne weitere Ansage begannen sie mit Heal Me.

Die Performance der Musiker war durchweg beeindruckend. Gitarrist M.S. erwies sich als wahrer Virtuose an seinem Instrument, während Marrok an der Rhythmusgitarre und R.K. am Bass ihre Positionen auf der Bühne immer wieder wechselten und um Sänger J.J. kreisten. Dieser bildete mit seiner Darbietung den visuellen Mittelpunkt der Show. Er sang auf den Knien, mit erhobenen Händen oder direkt am Bühnenrand. Mehrmals ließ er sein Mikrofon zu Boden fallen oder schlang sich dessen Kabel um den Hals, um eine Erhängung anzudeuten. Bei diesem Anblick breitete sich immer wieder eine Gänsehaut bei mir aus.

Die rastlose Energie des Post-Black-Metal-Sounds und die intensive Darstellung wurden durch das Stroboskoplicht zusätzlich verstärkt. Diese Unruhe übertrug sich unmittelbar auf die Menschen vor der Bühne. Der Wellenbrecher wackelte unter dem Druck der Menge, während lautstark gerufen und Fäuste in die Luft gereckt wurden.

Vor dem letzten Lied, Keep Me Longing, verließen die Musiker kurz die Bühne, nur um unter lautem Jubel wieder zurückzukehren. Während des Songs sprang J.J. in den Bühnengraben und setzte seinen Gesang dort mit hochaggressiven Gesten fort. Als das Lied schließlich abrupt endete, verließen die Bandmitglieder wortlos die Bühne und überließen die Crowd allein mit den Eindrücken dieses Auftritts.

Harakiri for the Sky hinterließen mich atemlos und krönten den Freitag mit einer beeindruckenden und emotionalen Headlinershow.

Setlist: Heal Me // Fire Walk With Me // With Autumn I’ll Surrender // Funeral Dreams // Without You I’m Just A Sad Song // Sing For The Damage We’ve Done // Keep Me Longing 

Nach diesen acht Auftritten endete der Freitag auf dem Mahlstrom Open Air. Der Tag hatte einen klaren Schwerpunkt im Bereich Black Metal, doch das sollte sich am Samstag ändern. Statt mit einer brutalen Extreme-Metal-Band begann der letzte Festivaltag mit der sanften und humorvollen Musik von Waldläufer. Danach folgten eine riesige Tanzparty mit Ükanose und ein weiterer musikalischer Fiebertraum mit Strandflair bei Stillbirth.

Auch vom Samstag berichteten wir natürlich wieder mit Stift und Kamera. Ihr dürftet euch also auf weitere Konzertberichte und jede Menge Bilder von diesem denkwürdigen Festivaltag freuen.

 

Bericht: Nori
Bilder: Roksana und Matthias

 

Mehr zum diesjährigen Mahlstrom Open Air findet ihr hier:

 

Frühere Beiträge zum Mahlstrom Open Air findet ihr hier:

 

Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:

 

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