Bereits zum 13. Mal fand das Dark Easter Metal Meeting statt und verwandelte das Backstage in München in den Austragungsort eines der größten Black-Metal-Festivals Deutschlands. Am 04. und 05.04.2026 entfesselten 32 internationale Bands auf drei Bühnen ein klangliches Inferno aus Black- und Death Metal. Auch wir waren wieder vor Ort, bewaffnet mit Kamera und Stift und hielten zahlreiche Auftritte an beiden Tagen für euch fest.
Koldbrann
Den Auftakt zum diesjährigen Dark Easter Metal Meeting machte die norwegische Band Koldbrann, die im Werk ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Ein Jubiläum als Opening – so konnte ein Festival nur gut beginnen.
Während draußen noch Besucher*innen in der Schlange vor dem Eingang standen, hatte die Band bereits begonnen, ihr düsteres Klangwerk zu entfalten. Die Musik war ein pechschwarzer Knüppel mit der Aufschrift „Old School“: Aggressive, raue Akkorde und keifender Gesang ließen das Werk vom ersten Moment an bis zum Ende, ohne Pause, erbeben. Der Bereich vor der Bühne war gefüllt mit enthusiastischen Besucher*innen, die ihre Haare und Teufelshörner durch die Luft wirbeln ließen.
Als die Bandmitglieder schließlich die Bühne betraten, in Muskelshirts und mit Corpsepaint, hielt der Sänger eine kurze Ansprache. Er betonte das Jubiläum der Band, und während er die Bedeutung dieses Auftritts hervorhob, warf einer der Musiker eine ganze Handvoll Plektren in die erste Reihe. „Bringe immer ein Gastgeschenk mit“, das hatte bereits Motorjesus vor Jahren gesagt.
Die Band spielte Songs aus ihrer gesamten 25-jährigen Diskografie, darunter auch Stücke aus ihren Demos sowie Lieder, die sie laut eigener Aussage seit vielen Jahren nicht mehr live performt hatten. Für die Fans war dies ein wahres Fest und für mich ein starker Auftakt zum diesjährigen Dark Easter Metal Meeting.
Setliste: Ingen Skånsel // Et Uomtvistelig Falsum // I Unaturens Vold // Forstanden Seiler Sin Egen Sjø // Koldbrann // Kaosmanifest // Moribund // Djevelens Treskeverk // Totalt Sjelelig Bankerott // Inhumanitær Inngripen
Urgehal
Vinterland
Aller guten Dinge waren drei – und so präsentierten Vinterland das dritte Jubiläum und zugleich das älteste in dieser Reihe. Ihr Album Welcome My Last Chapter wurde in diesem Jahr ganze 30 Jahre alt, und wir von Dark-Art waren mit dabei.
Die schwedische Black-Metal-Band griff den Knüppel von Koldbrann auf und schwang ihn mit voller Wucht durch unsere Gehörgänge. Die Instrumente erzeugten eine unglaublich aggressive Klangwand in der Halle, die von den Besucher*innen begeistert aufgenommen wurde. Die vordersten Reihen im Werk waren ein einziger Wirbelsturm aus fliegenden Haaren, die im Takt von Songs geschüttelt wurden, die älter sind als ich selbst. Besonders die kurzen, ruhigen und melodischen Passagen empfand ich als sehr gelungen, da sie mir Momente zum Durchatmen gaben, bevor ich mich erneut diesem Black-Metal-Blizzard hingab.
Ein weiteres starkes Jubiläum im Werk – und längst nicht der letzte gelungene Auftritt an diesem Tag. Auch auf den anderen Bühnen fanden zahlreiche überzeugende Shows statt. Werft dazu gern einen Blick in unseren Bericht vom Samstag mit Halle und Club.
Setliste: Our Dawn of Glory // I’m an Other in the Night // A Castle So Crystal Clear // As I Behold the Dying Sun // Vinterskogen // Still the Night Is Awake // A Vinter Breeze // Wings of Sorrow
Firespawn
Firespawn waren die erste Band am Samstag im Werk, die weder ein Bühnenjubiläum noch den Geburtstag eines Albums feierte, doch das schadete dem Auftritt kein bisschen!
Zudem war Firespawn die erste schwedische Death-Metal-Band an diesem Wochenende, aber dazu später mehr bei Unleashed.
Der Death Metal von Firespawn war wuchtig und zugleich beeindruckend virtuos gespielt. An diesem Wochenende konnte ich mich bei keiner anderen Band so sehr an den starken Riffs satt hören. Ich stand weit hinten auf den Tribünen und headbangte für mich allein, weil mich ihre Musik so sehr fesselte.
Zwischen den donnernden Songs gab es immer wieder sehr menschliche und sympathische Ansagen, in denen sich der Sänger für die Hingabe des Publikums vor der Bühne bedankte. Dabei bezeichnete er uns auf eine sehr amerikanische Art mehrfach als Motherfucker, was seinen dankbaren Worten eine angenehm groteske Note verlieh.
Ein weiterer Auftritt auf der „Knüppel-Liste“ war damit beendet und noch zwei weitere Bands sollten folgen.
Setliste: Gallows End // Full of Hate // Death and Damnation // Ruination // The Hunter // Serpent of the Ocean // Heathen Blood // The Emperors // All Hail // Lucifer has Spoken
Blackbraid
Der Knüppel-Marathon hatte mit Blackbraid seinen Headliner-Slot erreicht. Das US-amerikanische Solo-Projekt präsentierte für mich den stärksten Auftritt im Werk an diesem Tag.
Zum ersten Mal an diesem Tag war das Werk restlos gefüllt, und es war nahezu unmöglich, sich zwischen den drei Bartresen zu bewegen, da die Menschenmenge so dicht war. Zum Glück fand ich einen erhöhten Platz, von dem aus ich die Show verfolgen konnte, und das hatte sich definitiv gelohnt.
Blackbraid hatte in den letzten Jahren mit seinem Atmospheric Black Metal große Bekanntheit innerhalb der Szene erlangt, und aus meiner Sicht völlig zu Recht. Die Musik fühlte sich wie ein wilder Ritt durch unterschiedlichste Klanglandschaften an: rasant, intensiv und zugleich von einer kraftvollen Melodik getragen, die sich unaufhaltsam im Gehör festsetzte. Auf der Bühne entfalteten die Musiker*innen eine energiegeladene Performance, während der Sänger mit dem Mikrofonständer, fast wie mit einem Speer, über die Bühne rannte. Auch die Lichtshow überzeugte auf ganzer Linie: Die Scheinwerfer flackerten im Takt der Musik, ohne dabei jemals hektisch oder störend zu wirken. Hier war eindeutig ein*e talentierte*r Lichttechniker*in am Werk gewesen.
Für mich war Blackbraid damit ein absolut verdienter Headliner für den Samstag.
Unleashed
Damit endete der erste Festivaltag des Dark Easter Metal Meeting, ein Tag, der ganz im Zeichen von Black Metal in seinen unterschiedlichsten Facetten sowie kraftvollem Death Metal stand. Bereits dieser Auftakt zeigte eindrucksvoll, welches Niveau das Wochenende bereithielt. Doch dies war erst der Anfang: Am zweiten Festivaltag sollten noch zahlreiche weitere Highlights folgen, über die wir euch im nächsten Bericht berichten werden.
Bericht: Maximilian
Bilder: Matthias
Mehr zum diesjährigen Dark Easter Metal Meeting findet ihr hier:
Frühere Beiträge zum Dark Easter Metal Meeting findet ihr hier:
- Festivalbericht: Dark Easter Metal Meeting 2025, Sonntag, 20.04.2025
- Festivalbericht: Dark Easter Metal Meeting 2025, Samstag, 19.04.2025
- Festivalbericht: Dark Easter Metal Meeting, Sonntag 31.03.2024
- Festivalbericht: Dark Easter Metal Meeting, Samstag 30.03.2024
- Festivalbericht: Sonntag, dem 09.04.2023, auf dem Dark Easter Metal Meeting
- Festivalbericht: Samstag, dem 08.04.2023, auf dem Dark Easter Metal Meeting
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
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