Drei Tage lang wurde der Herthasee bei Holzappel erneut zum Treffpunkt für Metal-Fans aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und darüber hinaus. Vom 11.06. bis zum 13.06.2026 bot das Mahlstrom Open Air ein vielseitiges und stimmungsvolles Programm, das von verschiedensten Spielarten des Extreme Metal bis hin zu einigen überraschenden Genre-Ausflügen reichte.
Der Samstag bildete den letzten großen Festivaltag und hatte noch einmal einiges zu bieten. Erneut standen zehn Bands auf dem Programm, wobei das Line-up an diesem Tag stilistisch noch etwas vielfältiger ausfiel. Den Auftakt machte allerdings kein Konzert auf der Hauptbühne, sondern eine gemeinsame Wanderung. Zusammen mit ca. 30 Besucher*innen und eine Handvoll Mitgliedern der Crew ging es zu einem nahegelegenen Grillplatz, wo Waldläufer inmitten der Natur live aufspielten.
Die übrigen neun Bands traten anschließend auf der Hauptbühne auf und boten ein abwechslungsreiches Programm. Ūkanose verwandelten den Bereich vor der Bühne mit ihrem mitreißenden Folk Metal in eine ausgelassene Feier, während Servant mit ihrem eiskalten Black Metal die Stimmung etwas erdeten. Einen besonderen Kontrast bildeten Tabernis, die mit ihrem rein instrumentalen Auftritt eine ganz eigene und beinahe meditative Atmosphäre erschufen.
Zum Abschluss warteten gleich zwei hochkarätige Headliner auf die Besucher*innen: Die dänischen Musiker von Afsky und die Griechen von Yoth Iria.
Natürlich waren wir auch an diesem letzten großen Festivaltag wieder mit Stift und Kamera vor Ort, um all diese besonderen Momente für euch festzuhalten.
Waldläufer – Eine gemeinsame Wanderung mit darauffolgender Party
Die Veranstalter des Mahlstrom Open Air hatten eine besondere Art den Samstag einzuleiten: mit einer gemeinsamen Wanderung inklusive anschließendem Konzert. Auch in diesem Jahr versammelten sich Crewmitglieder und Besucher*innen um 10 Uhr vor dem Festivalgelände und wanderten von dort aus, vorbei am Zeltplatz, an Feldern und durch Wälder, zum öffentlichen Grillplatz im nahegelegenen Horhausen. Dort fand das Konzert von Waldläufer aus Siegen statt. Vor Ort erwartete die Besucher*innen bereits eine aufgebaute Bühne, ein Merchandisestand und ein Getränkeausschank.
Die Band spielte verspielten Folk-Rock mit Akustikgitarren, Flöte und Mandoline. Das Cajón kam dabei vom Band, da die Musikerin Nadine aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten konnte.
Eine aus meiner Sicht erstaunlich große Anzahl an Menschen war mitgewandert und versammelte sich unter den Bäumen in der Nähe der Bühne. Es war der erste Festivaltag mit sommerlichen Temperaturen, und die Anwesenden suchten Schutz vor der Sonne. Die Band versuchte jedoch bereits ab dem ersten Lied die Besucher*innen aus dem Schatten bis an den Bühnenrand zu locken, um dort eine große Tanzfläche entstehen zu lassen. Spätestens beim zweiten Lied Gute Tat gelang ihnen das eindrucksvoll.
Ein Besucher hatte seinen eigenen Campingstuhl mitgebracht und ihn direkt vor der Bühne aufgestellt. Die anderen Menschen um ihn herum begannen kurzerhand einen Circle Pit um den Stuhl zu drehen. Im weiteren Verlauf wurde immer wieder geklatscht, gemeinsam getanzt und sogar ein Mosh Pit mit gerade einmal drei Personen eröffnet. Es waren nahezu alle Arten von Bewegung vertreten, die man sich bei einem solchen Konzert nur wünschen konnte.
Für den Höhepunkt der Show holte sich Waldläufer einen Besucher auf die Bühne. Nachdem er mit Krone und Zepter ausgestattet wurde, sollte er in der Rolle der Königs sich selbst einige Tanzschritte ausdenken. Die Crowd indessen sollte jede der Bewegungen nachahmen und so wurde eine wilde und chaotische Tanzveranstaltung geschaffen.
Nach dem Konzert wanderten wir gemeinsam zurück zum Festivalgelände, denn schon bald begannen die Auftritte auf der Hauptbühne.
Setlist: Teilzeitbarden // Gute Tat // Schutzbengel // Waffenschmied // Adelig // Katerhaus // Regenbogen
Pentarium – The Great Old Ones appeared at the Herthasee
Strahlender Sonnenschein und knallharter Metal, ein Erfolgskonzept, das auf Festivals seit Jahren hervorragend funktionierte. Die erste Band auf der Hauptbühne am Samstag war Pentarium mit ihrem Melodic Death Metal, der mich vor allem mit seinen brechenden Riffs und dem Cthulhu-Thema in den Liedern überzeugte.
Zwar standen zu Beginn nur rund drei Dutzend Besucher*innen vor der Bühne, doch sie ließen sich bereitwillig zu verschiedenen Aktionen animieren. Immer wieder schrien sie laut auf und reckten die Teufelshörner in die Höhe, sobald Frontmann Carsten Linhs ihnen das Kommando dazu gab. Besonders seine präzisen und souveränen Ansagen beeindruckten mich und rissen mich sofort mit.
Ähnlich wie bereits bei Waldläufer war die Band an diesem Tag nicht in vollständiger Besetzung aufgetreten. Ihr Bassist Fabian Laurentzsch hatte den Auftritt nicht wahrnehmen können.
Setlist: Anomalie // Rise of the outer gods // Thronebreaker // Project Hellfire // Weltenwanderer // Abgott // Kronzeuge // Nekropolis // Omen Omega
Zugabe: Schwarzmaler
Old Ruins – Wappnet euch Recken, die Horadrim wurden musikalisch!
Von Pentarium, die unter anderem die Schöpfungen von H. P. Lovecraft musikalisch in ihrem Werk verewigten, ging es weiter zu Old Ruins und ihrer ganz eigenen Inspiration. Die Band aus Gelsenkirchen spielte Post Black Metal mit einer thematischen Ausrichtung auf die Diablo-Videospielreihe. Allein dieses Konzept ließ mich vom ersten Moment an für ihren Auftritt brennen! Versteht ihr? Weil Diablo ein Dämon aus der Hölle ist … ach egal, zurück zum Bericht!
Die einzige Bühnendekoration bestand aus einer kleinen Säule mit einem gehörnten Schädel, der direkt vor dem Mikrofon platziert worden war. Den Rest der Atmosphäre schufen gelegentliche Nebelstöße und der dichte Black Metal mit teilweise doomigen Passagen. Neben bereits bekannten und veröffentlichten Songs präsentierten die Musiker auch drei neue Stücke ihres kommenden Albums: Once There Was Light, Gates of Harrogath und Nihlathak. Der letztgenannte Song war bereits mehrfach live gespielt worden, die beiden anderen Stücke hingegen waren brandneues Material. Damit gehörten wir zu den ersten Zeug*innen, die diese Lieder live erleben durften.
Setlist: Mephisto // Desert Sands // Once there was Light // Gates of Harrogath // Fallen Temple // Tristram // Nihlathak // Sescheron
Ūkanose – Party auf litauische Art
Mit Ūkanose spielte die erste internationale Band des Samstags und zugleich die Formation mit der größten Besetzung. Ganze sieben Musiker*innen in Tuniken und Kleidern standen auf der Bühne, um eine ausgelassene Folk-Metal-Party zu entfesseln.
Die Band teilte sich auf der Bühne in zwei Reihen auf. In der ersten Reihe standen Sänger Jokūbas Giedraitis sowie Adrija Zavackaitė und Simona Lukaševičiūtė mit ihren Instrumenten. Die übrigen Musiker waren in der zweiten Reihe positioniert. Diese Anordnung wurde durch die Farben ihrer Kleidung zusätzlich hervorgehoben: Die erste Reihe trug Rot, die zweite Blau.
Neben den klassischen Metal-Instrumenten kamen auch Flöte und Geige zum Einsatz. Außerdem übernahm neben Jokūbas auch Simona und Adrija Gesangsparts. Diese zusätzliche Gesangsstimmen und die weiteren Instrumente verliehen der Musik viel Tiefgang, Abwechslung und eine angenehme Portion Epik.
Ūkanose animierte die Crowd zum Tanzen, Headbangen und im letzten Drittel des Auftritts schließlich auch zu einem kleinen Circle Pit.
Neben der Musik hatten die Musiker*innen auch einige witzige Ideen für ihre Performance parat. Mein persönlicher Favorit war der kurze Moment, in dem sich die beiden Musikerinnen mit ihren Instrumenten ein spielerisches Duell lieferten, während der Sänger panisch zur Seite sprang und sich kurz in einer Ecke der Bühne versteckte. Das war eine schöne und humorvolle Einlage.
Setlist: Jievaru Zydesiu // Ten uz mariu // 1236 // Liudna liudna // Saules sodai // Sena patranka // Apynelis // Gerkime // Samagonas
Antikvlt – Ein Auftritt mit einer sehr ausdruckstarken Performance
Die kommenden beiden Bands hinterließen mit ihrem Black Metal eine tiefschwarze Kerbe in der Running Order des Mahlstrom Open Airs. Den Auftakt machte Antikvlt mit ihrem Black Metal, der von Post-Metal-Einflüssen und markanten Rock-Riffs geprägt war.
Ähnlich wie bei Harakiri for the Sky war der Sänger der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Performance. In diesem Fall war es Sänger Chris Marrok, welche mit seiner ausdrucksstarke Darbietung visuell den Auftritt fast vollständig allein getragen hat.
Beim ersten Lied, What Love Can’t Buy, gab er sich noch lässig und verwegen, lehnte entspannt am Mikrofonständer und wirkte kontrolliert. Doch bereits bei No Rest for the Sacred änderten sich Gestik und Mimik schlagartig. Er bewegte sich deutlich hektischer, aggressiver und wütender, an manchen Stellen wirkte sein Verhalten beinahe manisch. Neben der starken musikalischen Leistung war diese intensive Performance eines der Highlights des Auftritts.
Darüber hinaus gab es noch einen wirklich unterhaltsamen Moment mit P.G. am Bass. Der Sänger von Groza spielte live auch bei Antikvlt und zündete sich zwischen zwei Songs eine Zigarette an und trank einen Schluck Bier. Ein Besucher rief laut, er solle doch etwas von seinem Getränk abgeben und der Musiker kam dieser Aufforderung tatsächlich nach. Zuerst schüttete er den Inhalt seines Bechers in die erste Reihe und warf anschließend den leeren Becher hinterher. Das war eine herrlich konsequente Reaktion auf diesen Zuruf und sorgte bei mir für einen herzhaften Lacher.
Setlist: What Love Can’t Buy // No Rest for the Sacred // Serenade of Perversion // In Dependency // Low Life Luxuries // In Darkness the Trust // Red Light Suicide
Servant – Kalter, geradliniger Black Metal im Old Shool Gewand
Der Auftritt von Antikvlt hinterließ bei mir den Eindruck, dass die Crowd noch nach mehr Black Metal hungerte. Ich selbst hatte ebenfalls noch nicht genug. Ich wollte mehr und mit dieser Meinung war ich scheinbar nicht allein. Die Zahl der Besucher*innen vor der Bühne verringerte sich vom Auftritt der vorigen Band bis zum Beginn von Servant nicht. Gemeinsam mit ihnen erlebte ich ein akustisches Festmahl.
Servant spielte tiefschwarzen, schweren und hochaggressiven Black Metal. Die Performance war ebenso geradlinig und kompromisslos wie die Musik selbst. Die Musiker trugen Corpsepaint und Lederwesten und wurden von Sänger und Leadgitarrist Farago angeführt, der mit Lederjacke und Kapuze in der Mitte der Bühne stand. Dabei entfernte er sich kaum von den Monitoren vor ihm, auf denen er die meiste Zeit ein Bein abgestützt hatte.
Die Crowd versammelte sich derweil dicht vor der Bühne, reckte immer wieder die Fäuste gen Himmel, schrie sich die Lungen aus dem Hals oder headbangte in großer Zahl. Das war für die diesjährigen Auftritte auf dem Mahlstrom Open Air ein beeindruckender Anblick.
Setlist: Litany // Empire // Occult Worship // Mater // Temple // Sin // Devil // Negate // ?
Stillbirth – Fiebertraum in Badehosen!
Meine lieben Leser*innen, mögt ihr Sonne, Strand und ausufernde Eskalation in der Crowd? Dann wärt ihr bei dem Auftritt von Stillbirth genau richtig gewesen! Mit ihrer Mischung aus Brutal Deathcore und Grindcore brannten sich die Musiker durch ihre Einzigartigkeit nachhaltig in mein Gedächtnis ein!
Die Musiker in ihren gelb-grünen Badehosen verwandelten das gesamte Infield für die Dauer ihres Auftritts in ein chaotisches Tollhaus. Nachdem aufblasbare Keulen und Strandbälle an die Besucher*innen verteilt worden waren, wurde ein großer Circle Pit eröffnet. Die Strandbälle flogen während des gesamten Konzerts über die Köpfe der Anwesenden. Unterbrochen wurde der Pit nur, um die bis dahin einzige Wall of Death auf dem Mahlstrom Open Air zu organisieren. Sänger Lukas Swiaczny lief dafür vom Mischpult bis zum Wellenbrecher, entlang an den den wartenden Personen. Auf sein Kommando schloss sich der Graben wieder und die beiden Hälften der Crowd gingen unmittelbar in einen Mosh Pit über. Das war schon großartig, aber es wurde noch besser!
Stillbirth überließ den Besucher*innen sogar ein Surfbrett, damit die Menschen tatsächlich Crowd-SURFEN konnten. Immer wieder setzten oder stellten sich Besucher*innen auf das Brett und wurden samt diesem mehrere Meter bis zum Wellenbrecher getragen. Ich probierte es selbst aus und kann sagen: Es war ein ganz besonderes Erlebnis!
Setlist: Trapped in Darkness // Schwand an der Wand // Endgame is Near // Rising from the Ashes // Throne of Bones // Panem et Circences // Global Error // Beating Pacifists // Sacrificial Slaughter // Steuerklasse 1 // Autonomous Eradication / Cult of the Green // Unleash the Mutation // Brootal Party // Baptized in Blood
Tabernis – Ein akustisches Luftholen vor dem Sturm
Nach der ausufernden Strandparty von Stillbirth und den beiden Black-Metal-Bands folgte mit Tabernis eine besondere Verschnaufpause in der Running Order.
Tabernis ist ein Folk-Projekt, in dessen Mittelpunkt zwei maskierte Musiker stehen. In weißen Gewändern und mit geflochtenen Korbmasken vor den Gesichtern spielten sie Dudelsack und Davul. Gemeinsam mit drei weiteren maskierten Musiker*innen in langen schwarzen Gewändern, die Instrumente wie Cello und Geige spielten, präsentierten sie ein vollständig instrumentales Konzert.
Die Band hatte erst am 24. April 2026 ihr Album Seasons of the Dark Hive veröffentlicht. Die an diesem Tag gespielten Stücke wechselten zwischen schwungvollen Melodien und einigen sehr getragenen Kompositionen. Für mich erstaunlich viele Besucher*innen schunkelten oder tanzten sanft auf der Stelle zu der Musik.
Der Höhepunkt der Performance war das Verteilen von Merchandise und Süßigkeiten an die Besucher*innen. Vor Beginn der Show wurde ein kleines Katapult auf der Bühne aufgebaut und mitten im Auftritt genutzt, um Merchandise direkt in die Menge zu schleudern. Zwischendurch verteilte eine Musikerin kleine Geschenke, vermutlich hölzerne Hoglöffel oder Lollis an die Crowd.
Tabernis bot einen ruhigen und geerdeten Auftritt innerhalb des ansonsten äußerst energiegeladenen Line-ups. Ich war erstaunt, wie gut dieses ungewöhnliche Konzept auf dem Mahlstrom Open Air ankam.
Setlist: Sanctus // Tenebrae // Carmen Reginarum // Sylvanot // Florenscentia // Ragna Apum // Calcinae // Dark Hive // Lupanar Apum // Apes Saltis // Apem Vidi
Afsky – Der erste Headliner!
Für den Headliner-Slot am Samstag hatten die Veranstalter gleich zwei Bands eingeladen: die dänische Formation Afsky und die griechische Band Yoth Iria. Schon im Vorfeld versprach diese Kombination für mich ein großes Finale des Abends und ich wurde nicht enttäuscht.
Den Anfang machte Afsky mit ihrem atmosphärischen Black Metal. Als einzige Bühnendekoration standen links und rechts des Schlagzeugs zwei krumme Holzstangen mit Fackelhaltern an der Spitze. In ihnen brannten kleine Flammen, die zusammen mit dem Nebel eine schummrige, mystische Atmosphäre erzeugten. Diese wurde jedoch anfangs abrupt vom kalten und aggressiven Black Metal der Band durchbrochen. Dieser kalte Black Metal hörte aber auch nicht auf, sondern hielt die Bühne in seinem festen Griff umklammert. Besonders die dichte Klanglandschaft und die wirkungsvollen Breaks in einigen der Lieder gefielen mir ausgesprochen gut.
Während des gesamten Auftritts richtete Sänger und Gründer Ole Pedersen Luk nur einige wenige Anweisungen an die Tontechniker, jedoch keine direkt an das Publikum. Dabei war ich erstaunt, wie gut er Deutsch sprach. Abgesehen von diesen kurzen Hinweisen gab es keinerlei Ansagen oder Ankündigungen. Die Band spielte ohne Unterbrechung, vom ersten bis zum letzten Lied.
Yoth Iria – Der zweite Headliner und Abschluss des Festivals!
Es wurde Zeit, das Mahlstrom Open Air 2026 würdig abzuschließen und diese ehrenvolle Aufgabe wurde den griechischen Musikern von Yoth Iria übertragen. Das Projekt war ursprünglich von Bassist Dimitris Patsouris aka Jim Mutilator gegründet worden, der zuvor viele Jahre bei Bands wie Rotting Christ oder Varathron gespielt hatte. Mit Yoth Iria führten uns die Musiker in die tiefen Gefilde alter Götter und Dämonen.
Die Besucher*innen versammelten sich erwartungsvoll vor der Bühne. Diese wurde in rotes Licht und dichten Nebel getaucht, während im Hintergrund ein Soundtrack lief, der mich an das Main Theme aus dem Film Dune erinnerte, das von Hans Zimmer komponiert wurde. Ich war vom Auftakt des Konzerts wie elektrisiert, und dann betraten die Musiker die Bühne.
Im Mittelpunkt stand Sänger Rustam Shakirzianov alias He in seinem langen, schwarzen Ritualgewand. Während er mit kraftvoller Stimme sang und dabei theatralische Gesten zeigte, sprangen die anderen Musiker mit ihren Instrumenten wild um ihn herum. Selten hatte ich Menschen gesehen, die ihre Instrumente mit einer derart infernalen Energie spielten.
Dieselbe wilde Energie breitete sich auch unter den Besucher*innen aus. Die ersten Reihen brüllten, headbangten oder reckten ihre Fäuste dem Nachthimmel entgegen. Sänger He animierte die Crowd immer wieder mit kleinen Gesten zu weiteren Aktionen, etwa zum synchronen Schütteln ihrer Fäuste.
Der Grund für diese Raserei war natürlich die Musik von Yoth Iria. Ihr Black Metal war durchzogen von großartigen Soli und erstaunlich epischen Melodien, die sich innerhalb des musikalischen Gewitters eindrucksvoll entfalteten. Bereits bei Antikvlt und Servant hatte ich von meinem Hunger nach Black Metal geschrieben, doch erst Yoth Iria stillte ihn vollständig.
Zum Abschluss gab es mit Non Serviam noch ein Cover von den gleichnamigen zweiten Studioalbum von Rotting Christ, das Jim Mutilator damals mit geschrieben hatte. Damit setzen die griechischen Musiker dem gesamten Festival die schwarze Krone auf!
Yoth Iria: Dare to Rebel // But Fear Not // In the Tongue of the Birds // Blessed By He Wo Enters // Rites of Blood // Blazing Inferno // We Call Upon the Elements // I, Totem // Harut, Goverment, Fallen // The Blind Eye of Antichrist // Non Serviam
Fazit
Damit endete der Samstag und zugleich das gesamte Mahlstrom Open Air 2026. An zwei Tagen spielten dort nationale und internationale Künstler*innen aus den unterschiedlichsten Genres, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Black Metal lag. Gerade die anderen Stilrichtungen bereicherten das Line-up jedoch auf beeindruckende Weise. Ob Waldläufer und Mythemia mit ihrem Folk Rock, Stillbirth mit ihrem Grindcore oder All Will Know & Friends mit ihren Neuinterpretationen moderner Weihnachtslieder, jede dieser Bands setzte eigene Akzente und sorgte für musikalische Abwechslung.
Ein besonderes Lob möchte ich an dieser Stelle der Crew aussprechen. Sie gab sich große Mühe, das Mahlstrom Open Air nicht nur zu einem zweitägigen Festival mit einer Bühne zu machen, sondern zu einem ganz besonderen Erlebnis. So organisierten die Veranstalter bereits im Juni eine Weihnachtsfeier und boten außerdem eine gemeinsame Wanderung an, die an einer kleinen Bühne mit Livemusik endete. Dort wartete sogar frisch gezapftes Bier auf die Teilnehmer*innen. Dieses Engagement wollte ich an dieser Stelle hervorheben und würdigen.
Ich möchte das Mahlstrom Open Air auf jeden Fall noch einmal besuchen. Solltet ihr neugierig geworden sein, dann gebt dem Festival am Herthasee gerne eine Chance. Ich bin überzeugt, dass dort auch 2027 wieder ein beeindruckendes Line-up auf die Besucher*innen warten wird. Vielleicht sehen wir uns ja dort.
Bericht: Nori
Bilder: Roksana und Matthias
Mehr zum diesjährigen Mahlstrom Open Air findet ihr hier:
- Festivalbericht: Mahlstrom Open Air – Freitag, 12.06.2026
- Festivalbericht: Mahlstrom Open Air – Donnerstag, 11.06.2026
Frühere Beiträge zum Mahlstrom Open Air findet ihr hier:
- Festivalbericht: Mahlstrom Open Air 2025 – Samstag
- Festivalbericht: Mahlstrom Open Air 2025 – Freitag
- Festivalbericht: Mahlstrom Open Air 2025 – Donnerstag
- Bericht: Mahlstrom Open Air 2024 – Donnerstag
- Interview Vanaheim auf dem Mahlstrom Open Air
- Mahlstrom Open Air 2021 Bilder vom Samstag
- Mahlstrom Open Air – Bilder vom Freitag
- Mahlstrom Open Air 2021 – der Bericht
- Mahlstrom Open Air – Die Bilder vom Freitag
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