Am 21. März kam die Arcane Dimensions Tour von Epica und Amaranthe nach Frankfurt in die Jahrhunderthalle. Es war der letzte Stop der Tour. Vor dem Einlass hatte sich schon eine lange Schlange gebildet, trotz dass die VIP Gäste schon bis zu 2 Stunden vorher in die Halle gelassen wurden. Die Halle füllte sich auch zügig, so dass die meisten Fans pünktlich zum Beginn des Konzertes im Kuppelsaal waren.
Charlotte Wessels & The Obsession
Die Lichter gingen dann pünktlich aus und zunächst kam Joey auf die Bühne, setzte sich an seine Drums und wurde recht bald gefolgt von Otto, Timo und Nina van Beelen. Als Charlotte die Bühne betrat, brandete Jubel auf und man merkte direkt, dass einige Fans von ihr in der Halle waren. Sie stellte sich an ihren mit Blumen behangenen Mikroständer und verzauberte gleich die Zuschauer mit ihrer Stimme. Es folgte Dopamine, welches eigentlich ein Duett mit Simone von Epica ist, bisher aber live ohne sie gesungen wurde; doch überraschenderweise sollte an dem Abend eine Premiere passieren: Simone kam unter Jubel auf die Bühne und sang es mit ihr zusammen. Und was für eine überzeugende Version dies war. Aber es sollte nicht der einzige Gastauftritt sein; Coen von Epica übernahm bei Soft Revolution das Keyboard von Nina, damit Nina wiederum mit Charlotte das Lied im Duett singen konnte. Auch das war eine Premiere; man merkte, dass es das letzte Konzert der Tour war und sich die Bands besondere Dinge ausgedacht hatten. Das runde Podest der Bühne wurde auch immer wieder von Timo genutzt, um seine Soli zu spielen. Zu Tempest kam der blumige Mikroständer zurück, welcher zu Dopamine von der Bühne geräumt worden war. Als Charlotte dann das letzte Lied ankündigte, gab es laute „Ooohh“-Rufe aus dem Publikum, was sie sichtbar rührte. Sie bedankte sich noch bei den Menschen hinter den Kulissen und den beiden anderen Bands, bevor sie dann mit The Exorcism noch mal alles raus holte und auch ihr Können im Growlen bewies. So endete ein 40 Minütiges, melancholisches, aber schönes Set.
Setlist : Chasing Sunsets // Dopamine // The Crying Room // Soft Revolution // Tempest // After Us, The Flood // The Exorcism
Epica
Nach einer Umbaupause war es dann soweit, Epica kamen auf die Bühne auf der eine große LED-Wand stand, auf der rechten Seite davon Ariën mit seinem Schlagzeug saß und auf der linken Seite Coen mit seinem Keyboard-Ständer. Einen Platz, den er schon bei Martyr of the Free Word verließ, um mit seinem halbrunden, tragbaren Keyboard nach vorne zu kommen. Hin und wieder gingen dann die anderen Musiker hoch auf die Mauer, um dort zu spielen. Für Eye of the Storm begab sich Simone in die Mitte derselbigen und stand dabei dann wortwörtlich im Auge des Sturmes, der durch die LED-Wand und die riesige LED-Leinwand im Hintergrund erzeugt wurde. Es war ein beeindruckendes Spektakel mit Blitzen. Unleashed fing dann etwas ruhig an, zunächst nur mit Simone auf der Bühne, bevor die anderen Musiker zurück kamen. Sirens – Of Blood and Water hatte ein besonderes Flair. Es wurde dunkel, dann flutete Rauch die Bühne und dunkelblaues Licht verwandelte diese in ein Meereszenario. Simone kam in einem eleganten Kleid zurück auf die Bühne und fing an, zu singen. Kurz darauf wurde ihr Stimme durch die von Charlotte und Elize ergänzt, welche beide in ebenso eleganten Kleidern auf die Bühne kamen. Drei super harmonierende Stimmen, welche dem Lied etwas besonderes gegeben haben. Im darauffolgenden Lied, Tides of Time, sang Simone alleine, mit nur Coen als Begleitung auf seinem Keyboard, dabei zeigte sie ihr ganzes Können. Bei Cry for the Moon entschied Coen, dass er vorne auf der Bühne zu weit weg sei von den Fans und begab sich auf einen Ausflug in den Graben, um näher an ihnen dran zu sein. Die beiden letzten Lieder forderten noch mal mehr Interaktion von den Zuschauern: Vor The Last Crusade sollte jeder so laut schreien wie er konnte, da ein Video davon gemacht werden sollte; für Beyond the Matrix wurden die sitzenden Fans aufgefordert, aufzustehen und dann sollten alle Zuschauer mit hüpfen. Dabei kam dann Charlotte mit ihrer Band auf die Bühne, um das Ende der Tour zusammen mit Epica zu feiern. Ein würdiger Abschluss des Auftrittes.
Setlist Epica: Apparition // Cross the Divide // Martyr of the Free Word // Eye of the Storm // Unleashed // Never Enough // Sirens – Of Blood and Water // Tides of Time // The Grand Saga of Existence // Cry for the Moon // Fight to Survive // The Last Crusade // Beyond the Matrix
Amaranthe
Die nächste Umbaupause ging dann länger, da zunächst die Mauer abgebaut werden musste, damit die Aufbauten von Amaranthe aufgestellt werden konnten. Es war passend zum Album The Catalyst ein futuristisches Bild, ähnlich wie beim Konzert in Wiesbaden in 2024. Neu waren allerdings zwei Säulen links und rechts von Morten, welche mich an Stargate erinnerten. Und dann ging es auch schon los mit dem gesprochenen Intro, gefolgt von Fearless, welches gleich die Marschrichtung des Abends ankündigte: Schnell, hart und viel Energie. Direkt gefolgt von Viral und dem Klassiker Digital World. Dann begrüßte Nils erstmal die Fans, bevor es mit Damnation Flame weiter ging, bei welchem sich Elize und Nils hoch auf die Aufbauten links und rechts neben Morten stellten. Den Platz nahm dann Olof bei Maximize für sein Solo ein. Nach Strong gab es wieder eine kurze Pause, bei der Nils PvP ankündigte, ein Lied, welches sie für die schwedische E-Sports Mannschaft schrieben, anlässlich der internationalen E-Sport-Weltmeisterschaft 2021. Dann gab es den ersten ruhigeren Moment. Die Band verließ nach PvP die Bühne und dann kam Elize alleine zurück auf die Bühne, nahm sich einen Moment, schaute nach hinten in den Lichtkegel hoch, welcher sie anstrahlte, kniete nieder und fing mit Crystalline an. Einem Gänsehautmoment. Nils folgte ihr dann, sang zunächst im Stehen, kniete sich dann aber zu ihr. Wer bisher dachte, die Setlist kenne ich doch, täuschte sich nicht, denn bis zu diesem Zeitpunkt war sie identisch zum Konzert in Wiesbaden. Doch danach gab es Veränderungen, da es mit Boom!1 wieder energetisch weiter ging, bevor sie den Titel Track vom Album The Catalyst spielten. Während Re-Vision auf dem letzten Konzert noch gespielt wurde, kam dann Chaos Theory, die neuste Single von Amaranthe, welche erst Anfang Februar veröffentlicht worden war. Live ein absoluter Banger. Danach gab es ein kurzes Keyboard Solo von Olof, damit sich Elize für Amaranthine umziehen konnte. Zusammen spielten beide eine wirklich schöne Version des Liedes, bevor die restliche Band zurück kam. Es folgten dann noch The Nexus und Call Out My Name, bevor es in die Zugabe ging, bei welcher Amaranthe die Fans nicht lange warten ließen und mit Archangel erst mal alle umhauten. Nils und Elize bedanken sich dann gemeinsam bei allen Fans, Technikern und anderen Menschen, welche die Tour zu einem Erfolg gemacht haben. Dabei kamen auch Charlotte und Band noch mal auf die Bühne und ließen sich abfeiern. Anschließend verließen Nils und Elize die Bühne, was „Buh“-Rufe auslöste. Morten nutze die Gunst der Stunde und feuerte die Fans an, doch noch mehr zu buhen, damit der Rest der Band zurückkäme. „Zerknirscht“ machten sie dies dann auch, um noch That Song und einen weiteren Klassiker vom Album Massive Addictive in Form von Drop Dead Cynical zu spielen. Dann war der Abend und die Tour auch endgültig vorbei.
Setlist Amaranthe: Fearless // Viral // Digital World // Damnation Flame // Maximize // Strong // PvP // Crystalline // Boom!1 // The Catalyst // Re-Vision // Chaos Theory // Amaranthine // The Nexus // Call Out My Name // Archangel // That Song // Drop Dead Cynical
Bericht & Bilder: Thomas
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